Kurzinhalt
Palm
hat sich in den letzten Jahren intensiv mit Mozart beschäftigt,
was u.a. zur Inszenierung der ZAUBERFLÖTE FAST FORWARD für
die Szene Salzburg oder zu seinen ungewöhnlichen MOZART-KOCHTHEATER-Abenden
führte. Für den Kinodokumentarfilm DER WADENMESSER hat er
sich wie gewohnt in seiner ganzen Vielseitigkeit als Reisender, Rechercheur,
Autor, Koch, Regisseur und Kulturvermittler auf den Weg gemacht, um
dem Künstler Mozart jene Seiten abzugewinnen, die man noch nicht
so in- und auswendig kennt wie etwa die Kleine Nachtmusik. Gleich zu Beginn des Films räumt Palm mit der "Amadeus"-Mär auf: Ja, unzählige Namen habe Mozart sich gegeben, "Wolfgang de Mozart, Wolfgang in Teütschland, Amadeo de Mozartini in Italia, Wolfgango in Germania, Gnagflow Trazom, Franz v: Nasenblut, Wolfgang Romatz Edler von Sauschwanz" und viele viele andere, nur eben Amadeus definitiv nicht. In Mösendorf in der Nähe von Frankenmarkt kommt das stürmische Liebesverhältnis zwischen dem jungen Mozart und seiner Cousine Maria Anna Thekla zur Sprache, im oberösterreichischen Ottensheim lässt Palm Mozarts Lustspielfragment "Die Liebesprobe" ur(!)aufführen, in Salzburg wird der Autographenkeller mit gebotener Ehrfurcht inspiziert und an Mozarts ablehnende Haltung gegenüber Adel und Kirche erinnert. Mozarts Auseinandersetzung mit Fürsterzbischof Colloredo, der Künstler als maßloser Spieler und eifersüchtiger Ehemann, Mozart als Fäkalkomiker und seine Abrechnung mit Salzburg - Kurt Palm vergisst auch nicht auf Bettelbriefe und Dienstmädchen-Beschwerden, lässt Mozarts merkwürdiges Frauenbild in der Zauberflöte ebenso Revue passieren wie seine Depressionen gegen Lebensende. Musikalisch zeigen Chrono Popp, Andreas Karner, das Grazer Akkordeonensemble, Georg Schulz & Mario Garzaner, Otto Lechner und Kadero Ray und das Ensemble Prinz Eugen, die Linzer Philharmonie, die Hip Hop-Gruppe Texta und die Marktmusik Timelkam, wie intensiv Mozarts Kompositionen heute noch wirken können, auch jenseits von Konzerthaus und Opernbühne. Optisch weist DER WADENMESSER wieder Kameramann Hermann Dunzendorfers geradlinig-schnörkellose Bildsprache auf, die schon den Stifter-Film auszeichnete, Karina Ressler als Cutterin sorgte dafür, dass die Dynamik in Mozarts Leben auch filmisch Ausdruck findet und Petra Zöpnek steuerte wie schon für den Stifter-Film wieder fröhlich animierte Passagen bei. Als
Produzent fungierte Markus Fischer (www.fischerfilm.com),
aus dessen langjähriger erfolgreichen Zusammenarbeit mit Kurt Palm
schon die Filme IN SCHWIMMEN - ZWEI - VÖGEL und DER SCHNITT DURCH
DIE KEHLE hervorgingen. Gedreht wurde DER WADENMESSER ODER DAS WILDE
LEBEN DES WOLFGANG MOZART im Sommer 2004 in OÖ, NÖ, Salzburg
und Wien mit finanzieller Unterstützung des Österreichischen
Filminstituts, des Filmfonds Wien und des ORF. Für den österreichweiten
Kinostart sorgt der Verleih Filmladen. Premiere ist in der Geburtsstadt
Mozarts am 27. Jänner 2005 - dem 249. Geburtstag von Mozart! |
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